Schweinezucht
In unserer letzten Zeitung haben wir über die skandalöse Schweinehaltung berichtet. Daraufhin haben wir mit einem Schreiben am 29.4.2011 an den Bundesminister für Gesundheit, sowie den Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft das Ersuchen gerichtet, die gesetzlichen Bestimmungen für die Schweinehaltung abzuändern.
Die Haltung der Zuchtsauen, die praktisch ihr ganzes Leben in sogenannten Kastenständen verbringen, entspricht nicht dem Tierschutzgesetz und wurde schon vom Volksanwalt Dr. Kostelka im Fernsehen thematisiert.
Ab 2013 gilt eine EU-Richtlinie, die die Haltung der Sauen in Kastenständen außerhalb der Geburts- und Säugephase zeitlich einschränkt. Die Schweinelobby setzt alles in Bewegung, um die geplante Verbesserung zu verhindern.
Doch die Kastenstände sind nur EIN Problem in der Schweinehaltung.
Der gesetzlich vorgeschriebene Mindestplatz ist für Schweine zu gering, um ihr natürliches Bewegungsbedürfnis ausleben oder Fäkalien in einer Kotecke ausscheiden zu können. Die reizarme Umgebung in der heutigen Intensivhaltung bewirkt, dass Schweine äußerst aggressiv werden. Von Landwirten wird behauptet, dass der häufig beobachtete Kannibalismus eine typische Wesensart der Schweine wäre. Doch die intelligenten Tiere degenerieren in der zur Verfügung gestellten Umgebung und es kommt daher zu verzweifelten Ersatzhandlungen. Das natürliche Erkundungsverhalten wendet sich dann primär gegen die eigenen Artgenossen.
Dieses Symptom der Massentierhaltung wird durch simples betäubungsloses Kupieren der Schwänze und Abschleifen der Eckzähne bekämpft.
Um eventuellen Erkrankungen in der Intensivhaltung vorzubeugen, werden oft auch unkontrolliert Antibiotika verabreicht. Dies führt zu resistenten Bakterienstämmen, welche eine Gefahr für die Konsumenten bedeuten, da Antibiotika nicht mehr wirken.
Die eigentliche Ursache - das derzeitige tierquälerische Haltungssystem - wird jedoch aus Profitgründen nicht geändert.
Der Ausstieg aus der tierquälerischen Schweine-Intensivhaltung ist zwingend erforderlich, um die gequälte Kreatur zu schonen. Abgesehen von der ethisch-moralischen Verpflichtung gegenüber unseren Mitgeschöpfen werden dadurch die negativen Einflüsse auf Mensch und Umwelt reduziert.
Daher fordern wir folgende Änderungen in der Schweinehaltung:
1. Verbot von Kastenständen für Zuchtsauen,
2. Verbot von Vollspaltböden,
3. Verpflichtung von Stroh-Einstreu,
4. Erhöhung des Platzangebotes (das Platzangebot ist z.B. mit 0,7m² für ein 110 kg Schwein viel zu niedrig),
5. Verbot von schmerzhaften chirurgischen Eingriffen ohne Narkose sowie postoperative Schmerzbehandlung (Kastration, Schwanzkupieren, Zähne abschleifen u.ä.),
6. Ausstieg aus der tierquälerischen Schweine-Intensivtierhaltung,
7. Einwirkung auf die EU-Kommission, dass bei der Erstellung von gesetzlichen Bestimmungen, wie im Art 13 des „Vertrag über die Arbeitsweise der Union“ vorgesehen, die Erfordernisse des Wohlergehens der Tiere als fühlende Wesen im vollen Umfang Beachtung finden.
Bitte unterstützen Sie diese Initiative und schreiben oder mailen Sie an:
Bundesministerium für Gesundheit
Radetzkystraße 2, 1030 Wien
Fax +43-1/711 00-14300
buergerservice@bmg.gv.
Volksanwaltschaft
Singerstraße 17, Postfach 20
A-1015 Wien
Fax +43 (0) 1 51505-190
post@volksanwaltschaft.gv.at