Seit dem Jahr 2000
1. Juli: Internationaler Tag gegen Lebendtiertransporte
Jüngste Meldungen wo ein Tiertransporter in der Steiermark verunglückt ist und 60 Schweine in den Tod gerissen hat, zeigen nur die Spitze vom Eisberg des Leids und der Missstände bei Lebendtiertransporten auf. In der Europäischen Union werden täglich fast 4 Millionen Tiere (!!) transportiert. Nicht nur dass die Tiere meist zusammengepfercht transportiert werden, häufig haben sie auch keinen einwandfreien Zugang zu Trinkwasser.
Am 1. Juli 2000 fand am Grenzübergang Walserberg in Salzburg eine Großdemonstration gegen Lebendtiertransporte statt. Federführend für diesen Aktionstag war unsere Gründerin und langjährige Präsidentin Lucie Loubé, damals auch Präsidentin des Wr. Tierschutzvereines. An die 60 Tierschutzorganisationen mit knapp 1.500 Tierschützer:innen haben daran teilgenommen.
Dazu unsere nunmehrige Präsidentin und Zeitzeugin Christine Schiller: „Obwohl diese Großdemonstration schon so lange her ist, hat sich am Leid der Tiere fast nichts verbessert. Es war damals ein sehr großer Auflauf, denn es war der erste Ferientag. Wir haben aber nicht die Autobahn blockiert, sondern die Autofahrer wurden mithilfe der Polizei an uns vorbeigelotst. Interessierten Autofahren haben wir Folder mitgegeben, die über das Leid der Tiere bei Lebendtiertransporten aufgeklärt haben.
Vorstandsmitglied Lucia Hajszan war damals ebenfalls dabei: „Ich kann mich noch gut an eine an einem Bein aufgehängte Plastikkuh erinnern. Die war als Symbol gedacht für jene Kühe, die nach einem Tiertransport aufgehängt werden, um ihnen dann die Kehle zu durchtrennen.
Beeindruckt haben mich bis heute die über 1.000 Tierschützer die damals nach Salzburg gekommen sind um an diesem Großaktionstag gegen Lebendtiertransporte teilzunehmen.“
In Österreich gibt es Dank unserer Gründerin Loubé und dem einstigen Verkehrsminister und späteren Bundeskanzler Mag. Viktor Klima seit 1995 ein Tiertransportgesetz welches im Jahr 2007 überarbeitet worden ist. Es regelt, dass Tiere innerhalb Österreichs 4,5 Stunden (Kurzstrecke), bzw. 8 Stunden (Langstrecke) transportiert werden dürfen.
Anders sieht es allerdings bei Tieren aus, die exportiert werden. Oder auch in und außerhalb der Europäischen Union. Hier betragen die Transportzeiten weit länger als 8 Stunden, oft sind die Tiere mehrere Tage und Wochen unterwegs. Ein jüngstes Beispiel war das im Herbst 2025 gestrandete Tiertransportschiff in der Türkei. Die vielen Tiere waren unter widrigsten Bedingungen auf engstem Raum zusammengepfercht und unzureichend versorgt. Hier haben die Behörden eindeutig versagt! Leider gibt es kein internationales Tiertransportgesetz!
Wenn die Tiere außerhalb der EU oft sehr geschwächt ankommen und bei den Verladestationen zusammenbrechen, werden ihnen die Augen ausgestochen, damit sie wieder aufstehen! Denn laut der „Tierhändler“ sind stehende Tiere mehr wert, als solche die das nicht mehr können.
Das Leid der Tiere bei Lebendtiertransporten ist daher ungebrochen groß! Wir treten daher für ein Ende der Lebendtiertransporte ein!
Unser Alternativvorschlag ist neben dem Verzicht oder der Reduktion des Fleischkonsums der „Fahrende Schlachthof“!
Der Fahrende Schlachthof wurde Anfang der 1990 iger Jahre vom niederösterreichischen Biobauern Herbert Schwaiger ins Leben gerufen. Ziel war es, die Tiere direkt am Hof ohne Stress zu schlachten.
Unserem Verein liegen umfassende Unterlagen zum Fahrenden Schlachthof vor. Das Interesse war in den 1990iger Jahren ungebrochen, es gab zahlreiche Anfragen für Ankauf, bzw. Leasing des Fahrenden Schlachthofes. Nicht nur aus Österreich, sondern aus vielen Teilen der Welt, sogar aus den USA.
„Der Verkehrsminister und spätere Bundeskanzler Mag. Viktor Klima war begeistert von dieser Idee. Er konnte sich das für Österreich und in weiterer Folge für die Europäische Union sehr gut vorstellen. Es hätte sehr viel Tierleid verhindert, bzw. minimiert“, erinnert sich Präsidentin Christine Schiller.
Die Lobby der Tiertransporteure war wieder einmal stärker und so wurde dieses großartige Projekt boykottiert. In Österreich gibt es heutzutage mehrere mobile Schlachthöfe, doch diese sind eher in der klein strukturierten Landwirtschaft zu finden.
Selbst wenn durch einen möglichen Erfolg eines fahrenden Schlachthofes die Lobby der Tiertransporteure verkleinert worden wäre, wäre eine Neue durch die Fahrenden Schlachthöfe entstanden.
Letztlich liegt es an uns Konsument:innen den Fleischkonsum zu reduzieren oder gar darauf zu verzichten.
Wir als Tierschutzverein Klosterneuburg, Wien Umgebung und Hohenberg fordern:
- Mobile Schlachtsysteme
- die Schaffung eines Internationalen Tiertransportgesetzes
- vermehrte und strengere Kontrollen bei Lebendtiertransporten
- Reduktion der Fahrtzeiten, bzw. Fahrten nur bis zum nächst gelegenen Schlachthof
und
die Abschaffung der Lebendtiertransporte!
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